Von Anfang an auf Zeit
Von Anfang an war klar, dass der Stadtacker auf diesem Gelände nur vorübergehend sein würde. Die Fläche gehört zum sogenannten C1-Quartier des neuen Rosensteinviertels, auch Maker City genannt. Hier soll gebaut werden. Dass sich der Baubeginn immer wieder verzögert hat, hat uns etwas Unerwartetes geschenkt: Zeit. Über mehr als zwölf Jahre konnte an diesem Ort etwas ganz Besonderes wachsen.
Der Stadtacker wurde zu einem Gemeinschaftsgarten, zu einem Lernort für Schulklassen und zu einem Treffpunkt für die Nachbarschaft. Menschen unterschiedlicher Altersgruppen kamen hier zusammen, Kinder erlebten, wie Gemüse wächst, Ehrenamtliche gestalteten gemeinsam einen grünen Freiraum mitten in der Stadt.
Ein Umfeld im Wandel
Das Umfeld rund um den Stadtacker hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Das kleine Wäldchen um uns herum wurde gerodet. Baustellen prägen das Bild. Was früher ein grüner Puffer war, ist heute Baustelle – und wir mittendrin.
Wir hätten den Stadtacker pausieren können. Das wäre einfacher gewesen. Aber das hätte bedeutet, genau das aufzugeben, wofür wir stehen: grüne Freiräume in der Stadt, gemeinschaftliches Handeln, Orte an denen Natur erfahrbar bleibt.
Was das bedeutet – und warum wir trotzdem weitermachen
Wir haben uns bewusst für einen anderen Weg entschieden. In Abstimmung mit der Stadt und der ökologischen Baubegleitung haben wir ein Pilotprojekt entwickelt: Der Stadtacker darf als Übergangsnutzung weiterbetrieben werden – mit klaren Auflagen.
Dazu gehört die sogenannte Vergrämung der Mauereidechse. Das bedeutet nicht, Tiere zu verletzen oder zu vertreiben, sondern ihren bisherigen Lebensraum so zu verändern, dass sie ihn freiwillig verlassen können. Keine Rückzugsorte mehr, kein Gestrüpp, kein langes Gras, keine Steine oder Holzhaufen unter denen sie sich verstecken könnten. Unser Vereinsheim aus Containern wurde aufgeständert, damit darunter keine Tiere mehr leben können.
Das alles ist aufwendig, kostenintensiv und schränkt den Betrieb ein. Aber es ermöglicht uns, vorerst zu bleiben.
Wir sind noch da
Und das ist uns wichtig: Wir bleiben. Wir machen weiter. Wir passen uns an und machen das Beste aus der Situation. Gerade jetzt, wo rundherum gebaut wird, soll der Stadtacker sichtbar bleiben – als grüner Ort zwischen Baustellen, als Treffpunkt und Lernort.
Bis wir hoffentlich 2027/28 auf die neue Fläche umziehen können – nur etwa 25 Meter entfernt.
Dieser Übergang ist eine große Herausforderung, aber auch eine Chance. Er zeigt, wofür der Stadtacker steht: für Gemeinschaft, für Stadtgrün und für das Dranbleiben, auch unter schwierigen Bedingungen. Damit das gelingt, brauchen wir mehr Unterstützung denn je – ehrenamtlich, finanziell, ideell.




