09 Aug

Presse – Gärtnern auf Zeit in der Gemeinschaft

S-Nord Obwohl das Projekt Stadtacker Wagenhallen viele Preise eingeheimst hat, steht es irgendwann vor dem Aus.
Von Eva Funk

Die Kartoffeln sind geerntet, das Beet ist ordentlich geharkt. Daneben hängt ein Strauch voll mit knallroten Tomaten. Zucchinis und Mangold kommen in diesem Jahr auch gut. Doch langsam wird das Wasser knapp, denn zum Gießen gibt’s nur Regenwasser aus der Tonne. Neben dem Künstlerdorf am Inneren Nordbahnhof beackert der Verein Stadtacker Wagenhallen seit sechs Jahren rund 2000 Quadratmeter Boden: 60 bis 70 Hobbygärtner pflanzen auf je vier bis 10 Quadratmetern Gemüse, mitunter auch Blumen an, und bepflanzen zusammen die Gemeinschaftsflächen. „Wir sind zwar ein Verein, haben aber ein anderes Konzept als ein Kleingartenverein“, sagt Vorstandsmitglied Elisa Bienzle.

Die „Stadtackerer“ träumen von Dauerhaftigkeit und einem festen Mitarbeiter.

Dass ein anderes Konzept hinter dem Projekt steht, wird beim Besuch der Anlage sofort klar: Die Beete sind nicht eingezäunt, haben nur Nummern, damit jeder seine Parzelle findet. Die, die mitmachen, haben einen ganz unterschiedlichen Hintergrund: Familien sind dabei, Menschen mit Migrationshintergrund gärtnern mit, Rentner, Studenten, Berufstätige und die Kindertagesstätte Rosenstein. Auf dessen Fläche brummt und summt es. Die Kinder haben mit Erfolg Wildblumen für Bienen und Schmetterlinge gesät.

„Der Grundgedanke beim Start des Stadtackers war, dass die Brachfläche für die Selbstversorgung genutzt werden soll“, sagt Bienzle. Die 37-jährige Agraringenieurin ist auf das Projekt gestoßen, weil ihr der Balkon im Stuttgarter Westen zu klein geworden war und sie nach einer größeren Fläche gesucht hat. Doch das Projekt bietet viel mehr Möglichkeiten als nur selbst angebautes Gemüse zu genießen: „Es bietet die Chance, eigenverantwortlich etwas zu gestalten und kreativ zu sein, und es bringt über das gemeinsame Interesse die unterschiedlichsten Menschen einander näher“, sagt Martin Abelmann. Der 38-Jährige hat den Studiengang Erd- und Klimasystem an der Universität Hohenheim belegt. Anne Schubert (36) ist Sonderschulpädagogin, und Christian Schmid (28) Ingenieur. Schmid und Schubert haben außer ihren Gemüsebeeten auch Bienenstöcke auf dem Stadtacker. 18,5 Kilo Honig hat Schmid in diesem Jahr geerntet. Schubert erntet erst im kommenden Jahr, weil ihr Bienenvolk zu jung ist. „Es muss in diesem Jahr noch für sich selbst sorgen“, sagt sie.

Die Preise gab es für die „Stadtackerer“ unter anderem vom Verschönerungsverein – und zwar gleich zwei mal. Im Frühjahr dieses Jahr wurde der Stadtacker als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet und gleich nach dem Start bekam das Projekt den 1. Preis bei dem städtischen Wettbewerb „Action Gardening“. Trotz der Erfolge plagen den Verein Sorgen, weil dem Stadtacker für das Gelände wegen der Planung fürs neue Rosensteinquartier nur eine Zwischennutzung eingeräumt wurde. Bienzle und ihre Mitstreiter träumen davon, das Gelände unbefristet nutzen zu dürfen. „Wenn hier der neu Stadtteil entsteht, bietet der Stadtacker den Menschen doch auch die Chance, hier etwa gemeinsam zu gestalten und Einfluss zu nehmen, und er ist identitätsstiftend “, stellt Bienzle fest – und sie geht noch einen Schritt weiter und wünscht sich, dass es für das Projekt einen Geldtopf gibt, aus dem ein Mitarbeiter finanziert werden kann. Zwar organisieren die Mitglieder schon vieles wie Veranstaltungen und Workshops. Mit einem Festangestellten könnte aber noch sehr viel mehr auf die Beine gestellt werden, sind sie überzeugt.

Wer auf dem Stadtacker mitgärtnern will, muss nicht Vereinsmitglied werden, aber persönlich vorbeikommen und Interesse bekunden. „Nur eine Mail zu schicken, das reicht nicht“, sagt Abelmann.

(Text & Foto: Eva Funke)

22 Mrz

Presse – Wettbewerb um „Neckarknie“ entschieden

Wir sind stolz und gratulieren Johannes Jörg ganz Herzlich zum Sieg! 
 
https://www.stuttgart.de/item/show/273273/1/9/648311
 
19.03.2018 Stadtplanung
 

Der städtebauliche Ideenwettbewerb um das „Neckarknie“ im Stadtbezirk Bad Cannstatt hat einen Sieger: der Entwurf des Büros Grünewelle Landschaftsarchitektur Johannes Jörg aus Grünkraut in Arbeitsgemeinschaft mit silands/Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten PartG überzeugte das Preisgericht und wurde mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Arbeiten von Lohrberg Stadtlandschaftsarchitektur Dirk Meiser und Frank Lohrberg, Stuttgart sowie Koeber Landschaftsarchitektur Jochen Koeber, Stuttgart. Eine Anerkennung bekam Ramboll Studio Dreiseitl Landschaftsarchitektur Dieter Grau in Überlingen.

Siegerentwurf städtebaulicher Wettbewerb
 

Das Wettbewerbsgebiet umfasst insgesamt rund 9,6 Hektar und befindet sich beidseits des Neckars. Es ist Teil des Masterplans „Landschaftspark Neckar in Stuttgart – Stadt am Fluss“. Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold, stellte die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs am 19. März im Stuttgarter Rathaus vor. „Dies war keine einfache Aufgabe, denn die Teilnehmer mussten vielen Bedürfnissen im Wettbewerbsgebiet gerecht werden. Der Siegerentwurf hat dies sehr gut gelöst, ist robust und besitzt viel Potenzial. Jetzt können wir darangehen, die einzelnen Themenbereiche des Wettbewerbs zu prüfen und zu vertiefen. Damit kommen wir der ‚Stadt am Fluss‘ ein Stück näher“, sagte Pätzold.

Hohes Niveau unter den Bewerbern 

Die Jury, die unter dem Vorsitz von Professorin Cornelia Bott am 16. März tagte, hat insgesamt zehn termingerecht eingereichte Arbeiten aus dem nichtoffenen Wettbewerb bewertet. Aufgabe der Teilnehmer war es, einen freiraum- und verkehrsplanerischen Entwurf für die Uferbereiche des „Neckarknies“ mitsamt angrenzenden Flächen zu erarbeiten. „Die eingereichten Arbeiten haben alle ein hohes Niveau. Aber der Sieger hat seinen Entwurf am konsequentesten durchgeführt. Damit können wichtige Themen angeschoben werden“, betonte Bott. Am preisgekrönten Entwurf des Büros Grünewelle lobte die Jury unter anderem, die Arbeit überzeuge „insgesamt durch ihre konsequente Haltung“ und biete „in vielen Bereichen Lösungsansätze für die weitere Bearbeitung“.

Seilerwasen, Schiffsanlegestelle und Bunker neu konzipiert 

Besonderen Anklang fand auch „die großzügige Freiraumgestaltung des Seilerwasens mit der durchgängigen Zonierung mit den flachen offenen Wiesenbereichen“. Der Bunker werde durch den Glasaufsatz städtebaulich inszeniert. In der konsequenten Führung des Hauptradweges entlang der Bebauung auf Seite der Cannstatter Altstadt sieht die Jury zwar eine Entlastung der Fußgänger am Neckarufer, bedauert aber den Wegfall des Zwei-Richtungs-Radweges in der Neckartalstraße.

Die Anordnung der Schiffsanlegestellen an der Neckarvorstadt und die Umgestaltung des Rillingufers mit zwei Niveaus und neuen Sitztreppenanlagen sei ein sehr guter Ansatz und belebe den Bereich mit relativ wenig Raumbedarf. Die Führung des Straßenverkehrs sei insgesamt überzeugend, so die Jury weiter.

Sie empfahl unter anderem, die verkehrlichen Eingriffe in die Neckartalstraße und deren Auswirkungen zu untersuchen und zu berücksichtigen. Die Verknüpfung der beiden Neckarufer, Bad Cannstatt und Rosensteinpark, sei insbesondere für die Fußgänger zu verbessern. Eine zusätzliche Querung, auch unter Einbeziehung der alten Eisenbahnbrücke, sei eine mögliche Alternative und im Weiteren zu prüfen.

Wettbewerbsarbeiten werden ausgestellt 

Das Wettbewerbsgebiet „Neckarknie“ gliedert sich in die drei Teilbereiche „Seilerwasen“ mit Schönestraße, Eisenbahnbrücke und Mittelmole, „Badstraße“ mit Kreuzung Bad- und Schönestraße, Rosensteinbrücke und -bunker, Thaddäus-Troll-Platz und Wilhelmsbrücke sowie der „Rillingmauer“ mit der Neckartalstraße. Das Gebiet soll zukünftig – im Hinblick auf die Gesamtstadt und die zentrale Lage im Freiraumsystem der Stadt – identitätsstiftend und aufwertend wirken.

Für die Öffentlichkeit werden alle Wettbewerbsarbeiten vom 26. bis 29. März in der Zeit von 12 bis 18 Uhr in der Sporthalle der Jahn-Realschule, Überkinger Straße 48, in Bad Cannstatt ausgestellt.

Zudem können die Wettbewerbsarbeiten auch online eingesehen werden unter www.stuttgart.de/wettbewerbe.

29 Okt

Auszeichnung – als beispielhaftes Projekt!

Auszeichnung als beispielhaftes Projekt 

Auszeichnung als beispielhaftes Projekt der Landesinitiative “Mittendrin ist Leben. Grün in Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg” des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg

2013_10_29_Stadtacker_Mittendrin-ist-Leben